berührt werden - berührt sein

Noch immer Homeoffice?

Dem Computerexperten Harry Pfeifer von Extend IT ist die körperliche und mentale Gesundheit seiner Klient*innen und Mitarbeiter*innen wichtig. Deswegen hat er mich gebeten, einen Blogeintrag für geplagte Homeoffice-Menschen zu schreiben. Leider ist Homeoffice ja gerade wieder sehr aktuell!

Oft wurde mittlerweile besprochen, was es bedeutet, im Homeoffice zu arbeiten. Neben dem Stress wegen der Familie, für die wir ständig zur Verfügung stehen - oder Stress, weil keine Familie da ist und die Kontakte eingeschränkt sind - und der Frage, wo die Grenze von Arbeit zum Privaten verläuft, ist der Mangel an Bewegung ein großes Thema, das mir häufig in der Shiatsupraxis begegnet. Es fehlt der Weg vom Zuhause ins Büro, die Wege zum Mittagessen, der Weg ins Lokal oder zu einer Veranstaltung am Abend. Es fehlen vor allem die gegenseitigen kleinen Berührungen wie der Händedruck, das auf-die-Schulter-klopfen, das Bussi-Bussi, die Umarmung…


Für viele findet der Ausgleich zur Arbeit am Computer nun ebenso am Computer statt – sei es der Online-Yoga Kurs oder die Videoanrufe mit Freunden und Familie. Der ständige Blick in den Laptop macht sich körperlich bemerkbar und wir müssen noch mehr darauf achten, rauszugehen und Sport zu betreiben.


In meiner Praxis treten Verspannungen im Nacken und den Schultern also vermehrt auf - der steife Hals, die Frozen Sholder, Kopfschmerzen und Rückenschmerzen sind häufigere Symptome als gewöhnlich.


Und nun kommt endlich der Frühling! In der TCM ist der Frühling die Jahreszeit des Holzes (– ein früherer Blogeintrag handelt vom Frühling aus Sicht der TCM). Sie braucht die Bewegung der Schultern, möchte Pläne machen und Begeisterung erleben. Das Schulterblatt soll frei sein, damit das Holz geschmeidig sein kann und wir wachsen können.


Sind wir hier blockiert, dann kann das Element Feuer (die Freude, das Tanzen, das Feiern, das Erleben) uns nicht erfreuen und die Erde (der Genuss) nicht wieder zu einer sortierten und zufriedeneren Ruhe verhelfen. Der Kreislauf der 5 Elemente ist gestört, wir stecken fest – an der Schulter, am Nacken, im Rücken, in der Emotion, in den Ideen.


Also möchte ich Sie in erster Linie ermuntern, rauszugehen, sei’s auch nur für eine kurze Runde um den Block. Bewegen Sie sich – beim Spazieren oder beim Spiel... Versuchen Sie, Jonglieren zu lernen, spielen Sie Federball oder Tischtennis, gehen Sie den Stadtwanderweg ab oder nehmen Sie die Herausforderung an und hüpfen jetzt schon auf einen Sprung in die Donau. Es lohnt sich, auch wenn Sie gerade noch aus dem Fenster schauen, und die Motivation zu wünschen übrig lässt.


Machen Sie etwas Outdoor, das für Sie ungewöhnlich ist - so bringen Sie das Holzelement und das Feuer in Schwung. Es lohnt sich!


Wenn Sie dann wieder vor dem Computer sitzen, seien Ihnen ein paar Übungen ans Herz gelegt, die Sie zwischendurch machen können. Denn wir starren auf dem Bildschirm, als verkörpere er eine eigene Welt, die mit dem aktuellen Umfeld nichts zu tun hat. Und deswegen verspannen wir uns.


Lassen Sie mich hier mit einer Vorstellungsübung beginnen, die Sie wohl oder übel direkt mitmachen werden – Sie werden sehen. Happy Lassen Sie sich zwischen den Sätzen Zeit, um die Worte auch wirklich in den Körper hinein wirken zu lasssen.


1.) Mit den Augen hören


Versuchen Sie, während Sie diesen Text lesen, Ihre Umwelt an den Seiten der Augen wahrzunehmen. Lassen Sie dabei die Stirn weich werden und entspannen sie diese bis hin zur Kopfdecke hinauf – so, als ob Sie Verbindung zum Himmel aufnehmen. Es gibt die (Schwer-)Kraft, die uns am Boden hält – es gibt auch die Kraft, die uns nach Oben wachsen lässt – versuchen Sie, beide Bewegungen wahrzunehmen. Ihr Gewicht wird an bestimmten Stellen in den Boden abgegeben, nehmen Sie diesen Kontakt nun genauer wahr. Lassen Sie sich ein Stück weiter darin einsinken, so als ob die Kontaktfläche nicht zweidimensional, sondern dreidimensional wäre – als sei der Boden ein Schwamm, in den Ihr Gewicht abfließt. Der Scheitel, die Schultern, die Arme hingegen haben gleichzeitig Verbindung zum Oben - dem Bereich über unseren Köpfen.


Lassen Sie nun IhrenIhren Kiefer weich werden. Sollten Sie feststellen, dass Sie die Zähne zusammenbeißen, öffnen Sie nun denden Kiefer leicht. Zwischen den Zähnen am Oberkiefer und Unterkiefer ist dann genug Platz für die Zunge, die satt an hinter den leicht geöffneten Vorderzähnen im Gaumen ruht.


Entspannen Sie die Ohren und die Bereiche rund um die Ohren am Kopf bis hin zum gesamten seitlichen Kopf. Hören Sie, wie der Klang der Umgebung auf Sie zukommt – Sie müssen sich nicht anstrengen, der Klang kommt zu Ihnen wie ein Geschenk.


Die Augenbrauen halten eine sanfte Offenheit, der Blick liest diese Zeilen. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die Raumumgebung, während Sie gleichzeitig diese Zeilen lesen. Achten Sie beim Lesen darauf, wieweit Sie alles rund um diesen Fokus wahrnehmen können. In welchem Umkreis geht das - nach oben - nach rechts – nach unten – nach links? Wie ist die Atmosphäre rundherumrundherum, wie das Licht, der Klang? SchauenSchauen Sie sich nochmal beim Lesen dieser Zeilen um und vergrößern Sie das Sehen der Umgebung rund um den Fokus. Lassen Sie den gesamten Sichtkreis auf sich wirken, ohne Ihren Blick von diesen Zeilen zu nehmen.


Wenden Sie sich nun Ihrem Atmen zu und atmen Sie mit weichem Kiefer ein und aus, ohne den Fluss, wie er ist, zu beeinflussen (2x fluss komisch) (2x fluss komisch). Beim nächsten Mal Einatmen stellen Sie sich vor, Sie riechen einen leichten, frischen (Frühlings--)Duft. Jedesmal beim Einatmen lassen Sie diesen Duft in alle Ihre Zellen bis in die Zehenspitzen hinein strömen. Alte, verbrauchte Luft können Sie beim Ausatmen in den Boden abfließen lassen. Den unnötig großen Spannungen im Körper erlauben Sie mit der Ausatmung Stück für Stück zu weichen, während die leichte Luft Sie mehr und mehr erfrischt.


Beobachten Sie Ihren Atem und das leichte Heben der Schultern, der Schulterblätter, des Brustkorbs und des Bauches, das damit einhergeht. Stellen Sie sich vor, der Atemfluss ist wie das Meer – beim Einatmen strebt die Welle zum höchsten Punkt – beim Ausatmen zum tiefsten - immer hin und her. Eine sanfte Meeresbrise weht Ihnen ins Gesicht, Sie fühlen dort einen leichten Windhauch, am Nacken, am Körper. Es duftet nach Salz und Fisch. Sie stehen im Sand am Meer, während Ihrewährend Ihre Füße von einer kleinen, auslaufenden Welle umströmt werdenwerden. Die Fußsohlen kribbeln leicht mit dem Sand, der von unter den Fußsohlen mit der zurückweichenden Welle ins Meer zurückströmt...
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HIER finden Sie weitere Übungen!